Wir haben ja nun schon seit längerem keinen Blogbeitrag mehr hochgeladen, jetzt melden wir uns mal wieder. Auch wenn man es nicht hofft, können einen unterwegs natürlich traurige Nachrichten erreichen. Dann fühlt man sich auf einer Reise besonders weit weg von Zuhause. Unsere Radtour haben wir Mitte Juni für drei Wochen unterbrochen, da Hannahs Omi gestorben ist und wir dann heimgefahren sind.
Unseren bis dahin bereits angefangenen Blogpost haben wir deshalb nie hochgeladen, aber wollten ihn gerne jetzt – mit ein bisschen Abstand – noch teilen. Inzwischen sind wir wieder in Lappland unterwegs, dazu dann mehr im nächsten Beitrag.

Blogbeitrag vom 6. bis 10. Juni
Nach 6.000 Kilometern wollten wir – bevor es dann in das dünner besiedelte Lappland ging – unsere Räder in Oulu überprüfen und ggf. ein paar Teile austauschen lassen. Irgendwie ist es schwierig den richtigen Zeitpunkt abzupassen, um die Kette auszutauschen: wartet man zu lange, werden die Ritzel abgenutzt, sodass eine neue Kette nicht mehr richtig passt und der ganze Antrieb ausgetauscht werden muss. Es sollte also früh genug eine neue Kette drauf, die dann noch auf die nur leicht abgefahrenen Ritzel passt. Den Zeitpunkt haben wir auf jeden Fall verpasst obwohl wir den Zustand der Kette regelmäßig in Fahrradläden gecheckt haben. Die Aussagen der Fahrradmechaniker war allerdings so unterschiedlich, dass wir im Endeffekt gar nichts gemacht haben. Bereits in Belgrad meinte jemand beim Radladen, wir müssten alles austauschen und in Klaipeda hieß es, dass alles noch gut aussieht. In Oulu haben wir uns dann aber entschieden, die Ketten und teilwiese auch die Ritzel endlich mal zu tauschen. Bei der nächsten längeren Tour würden wir die Ketten früher tauschen, egal wie der Zustand ist. Wir haben auch noch den Tipp bekommen, immer zwei Ketten im Wechsel zu benutzen (z.B. nach 1000 km) – das klang auch sinnvoll.

Da wir im Radladen schneller als geplant fertig wurden, hatten wir den ganzen nächsten Tag auf dem Campingplatz Zeit zu Saunieren, Wäsche zu waschen, ein bisschen zu Arbeiten und sich für Unis zu bewerben. Im Küchengebäude gab es sogar einen Backofen, den wir natürlich nutzen mussten 😀







Die wenig befahrene Straße verlief die nächsten zwei Tage noch parallel zur Ostsee. Kurz vor Kemi haben wir eine letzte Nacht an der Ostsee verbracht und uns dann durch das Inland in Richtung Rovaniemi aufgemacht. Etwa 10 Kilometer entfernt vom nächsten Schlafplatz, hatten wir noch eine sehr nette Begegnung: obwohl das Café, zu dem wir wollten, eigentlich schon geschlossen war, wurden wir sehr herzlich auf einen Kaffee und super leckeren Kuchen eingeladen.




Statt der Route des EV11 nach Rovaniemi zu folgen, haben wir eine deutlich weniger befahrene, parallele Landstraße gewählt. Die Entfernungen zu den nächsten Ortschaften wurden ab hier immer größer. Kurz hinter Rovaniemi befand sich dann das wohl touristischste Örtchen weit und breit: denn hier am Polarkreis wohnt Santa Claus. Also schnell Santa-Selfi und ein obligatorisches Bild am Polarkreis knipsen (der geografisch korrekte Polarkreis lag eigentlich ca. 5 Kilometer entfernt…). Weiter ging es auf der E75 durch das nun ausgeschilderte Rentierzuchtgebiet Richtung Norden.
Die Straße haben wir uns seitdem mit recht vielen LKWs und Wohnmobilen geteilt. Bisher hatten wir hauptsächlich finnische Womos gesehen. Das hat sich hier dann ziemlich verändert. Inzwischen sind vor allem niederländische, italienische, belgische, französische, spanische und ziemlich viele deutsche Wohnmobile unterwegs.



An unserem Schlafplatz im Wandergebiet am Polarkreis angekommen, haben wir erstmal Bekanntschaft mit einem ziemlich aufdringlichen Eichhörnchen gemacht. Dieses kleine, unscheue Tier hat uns ganz schön auf Trab gehalten: Nachdem es unseren Vesperbeutel gefunden hatte, machte es sich gleich an die Arbeit, ihn zu öffnen. Für die Nacht haben wir uns daher einen eichhörnchensicheren Käfig für unsere Taschen gebaut – hat auch geklappt. Morgens hat es uns dann auch noch eine ganze Weile beschäftigt 😀



Die Rentiere haben am nächsten Tag nicht lange auf sich warten lassen. Am Mittagspausenplatz konnte sich Theo erst einmal noch auf einem Trampolin am See austoben. Nach einem kurzen Mittagsschlaf besuchte uns dann eine Horde interessierter Rentiere. Auch beim Radeln haben wir immer wieder Rentiere am Straßenrand – teilweise auch auf der Straße – gesehen. Die Rentiere scheinen die Autos überhaupt nicht wahrzunehmen, vor Fahrrädern haben sie allerdings ein bisschen Angst.








Rückfahrt:







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